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Es war einmal eine Frau im Estland, die hat in der Schule Deutsch gelernt und danach...

Nee, darüber geht es hier in diesem Beitrag nicht.

Erstmal Sonntag. So wie es bei uns in der Familie so läuft. Dann haben die lieben Leser(innen) schon eine Vorstellung, ob es sich überhaupt lohnt, hier nochmal zurück zu kommen.

Als Langschläferfamilie schlafen wir so lange, bis die Novembersonne schon reinschaut. Sonne im November ist schon etwas Spezielles. Die Katzen werden von einem Kind reingelassen. Die Schwarze Mimi kommt zu uns ins Bett. Schnurr.

Zum Frühstück gibt es ganz unspektakulär Frühstücksflocken. Die Kinder ziehen sich an, der Mann ist noch in der Dusche. Ich drucke schnell ein paar Arbeitsblätter aus, denn heute muss ich "etwas" in der Juniorengruppe machen. Da die zwei Älteren Jungs zu einem Geburttag eingeladen sind, müssen wir auch das noch besprechen. Der Geburtstagskind wünscht sich Geld, um eine Spielkonsole zu kaufen. Einerseits ist es schon recht einfach, das Geld in den Umschlag zu stecken, andererseits ist es aber auch etwas blöd - aber besonders die grösseren Kinder haben wirklich grössere Wünsche und brauchen echt nicht so viel Krimskrams. Also Umschlag.

Bevor wir ins Auto steigen bringe ich die Katzen wieder raus. Die weisse Mini ist als Streuner zu uns gekommen, als sie von einem Auto verletzt war. Körperlich geht es ihr schon lange wieder gut, aber psychisch ist sie wohl nie ganz gesund geworden, sie ist nicht richtig stubenrein. Es ist besser, dass sie viel draussen ist. Das Wetter ist ja nett für November, es sind 6 Grad. Von meinem schwarzen Mantel kann ich dann die ganze Fahrt weisse Katzenhaare pflücken.

Das Wetter ist aber wirklich nett! Sieht aus wie Deutschland im Dezember oder Januar.

In der Kirche kommen wir rechtzeitig an. Die KInder gehen jeder in seine Richtung, der Mann guckt nach Technik, denn er ist für Beleuchtung, Netzübertragung und solche Sachen während des Gottesdienstes zuständig. Ich bespreche mit der Leiterin unserer Sonntagsschule, was ich mit den Junioren machen soll. Es geht um Thema "Ehe". Für 12-jährige. Oh Freude.

Nachdem ein Bruder sein Zeugnis gegeben hat, bringe ich die Kinder in einen Nebenraum. Das ist die erste Juniorenstunde am Sonntag (denn es ist für sie recht langweilig, den ganzen Gottesdienst mitzuhören, aber für die Sonntagsschule sind sie schon viel zu gross) und keiner weiss genau, ob es funktionieren wird. Die Junioren sind aber recht lieb und manche, darunter auch Der Älteste, reden gern mit.

Ich entlasse die Kinder, wenn Abendmahl geteilt wird und bespreche mit der Leiterin der Sonntagsschule nochmal, wie es war und was wir weiter machen. Bis zum nächsten Mal will ich ein Spiel vorbereiten, vielleicht Alias mit Wörter und Namen aus Bibel.

Ich gehe nicht mehr in den grossen Saal rein, sondern sage einer guten Freundin Hallo. Sie muss ihr Baby stillen und wir sitzen eine kurze Zeit im Mutter-Baby-Raum, wo wir auch ungestört reden können.

Nach dem Gottesdienst wollen die grösseren Jungs beim Vater des Besten Freundes im Auto mitfahren, der hat aber keine freien Plätze. Ihr könnt doch alle auch zu Fuss laufen, schlage ich vor. Der Geburtstagsfeier wird in einem Indoor-Spielplatz (Thema: Trampolin) stattfinden, das liegt nicht weit weg. Da gehen sie schon, unter Obhut der älteren Schwester des Besten Freundes. Der Jüngste kommt mit uns.

Zuerst besuchen wir meine Eltern. Die Oma ist gut gelaunt und der Opa brüllt auch etwas. Er spricht wenig und selten, also freuen wir uns, dass der Mann mit ihm über die defekte Waschmaschine brüllen reden kann. Der Mann bringt Oma kurz einkaufen (also, es ist Estland, hier kann man immer einkaufen gehen), Der Jüngste geht mit. Ich bleibe da, bis sie zurück kommen.

Der Jüngste will bei der Oma bleiben. Einerseits ist es keine gute Idee, denn Oma kriegt manchmal komische Gedanken und teist sie mit KIndern, andererseits liebt Der Jüngste seine Oma und Oma liebt ihn zurück. Na gut, diesmal...

Ich und der Mann fahren in das grosse Einkaufszentrum. Wir wohnen ausserhalb der Stadt und es lohnt sich heute nicht, kurz nach Hause zu fahren und später zurück zu kommen, um die Grossen zu holen. Die Busverbindung ist schlecht. Wir schlendern durch die Geschäfte und schauen uns mögliche Weihnachtsgeschenke an. Eigentlich wollen wir essen gehen, aber kein Restaurant oder Imbiss scheint richtig. Schliesslich entscheiden wir uns für ein Bistro, dass Pfannkuchen mit Erdbeerpüree anbietet. Die Pfannkuchen sind aber irgendwie matchig. In einem Supermarkt sind Mandarinen im Angebot, wir kaufen ein paar Kilos. Dann fahren wir noch in ein Elektro-Geschäft, denn wir brauchen ein neues Herd. Die Verkäuferin dort ist super geduldig und lieb, wir müssen uns aber noch überlegen, bei  welchem Modell das Preis-Leistungsverhältnis am besten stimmt.

Es ist 17 Uhr und es ist schon ganz dunkel draussen. Die Jungs kommen stark dämpfend ins Auto. Es ist lustig beim Feier gewesen. Als wir Den Jüngsten bei der Oma abholen, sagt die Oma etwas... Ich weiss zwar, dass sie ihre Vorstellungen hat, aber warum muss sie von den grösseren Kindern immer das Schlimmste glauben? Alzheimer oder kein Alzheimer, ich bin tiefst beleidigt. Es wird bald wieder alles gut, aber bis dahin muss ich wohl viel beten.

Wenn wir zu Hause ankommen, ist es noch immer schön warm draussen, 8 Grad. Auch im Haus brauchen wir heute nicht zu heizen. Ich backe Pizza, den Teig hat mir die Brotbackmaschine gemacht und die Sauce kochte ich am Samstag. Der Ofen backt unregelmässig, obwohl ich Umluftfunktion benutze. Wir brauchen wirklich ein neues Herd.

Ich entscheide, dass ich heute doch keinen Kürbiskuchen backe. Statt dessen setze ich mich mit einer Socke und mit einem Buch von Stephen King hin. Stricken ist meine Lieblingshandarbeit, denn dabei kann man lesen. Die Kinder spielen am Computer, Der Älteste muss noch seine Schulsachen für Montag zusammenlegen. Der Mann guckt sich im Internet neue Herde an. Er ist für ein Budget-Modell, ich möchte am Liebsten etwas für Professionelle, dafür müssten wir aber noch sparen.

Die Kinder gucken Pur auf KiKa (unser Fernseher spricht nur Deutsch) und danach lese ich ein Kapitel aus "Tintenblut" vor. Das Buch ist auf Deutsch, ich lese aber auf Estnisch, wegen den Jüngsten - alle anderen verstehen Deutsch schon problemlos. Lässt sich ganz gut übersetzen.

Wir danken noch dem Herren für den Tag und dann kehrt langsam die Ruhe ein.

***
Es werden irgendwann weitere Beiträge dazu kommen. Deutsch ist nicht meine Muttersprache, ich hoffe aber, dass ich mit Grammatik nicht viel zu frei umgehe. Falls jemand Fehler entdeckt, bitte sagen, dann lerne ich auch noch etwas dazu. Bis zum nächsten Mal!

Comments

  1. Oh wow Du schreibst supergut Deutsch! Ich mag Estland so gerne.In wekcher Ecke lebst Du deñ?
    Viele Gruesse Rina

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    Replies
    1. Vielen Dank! Ich lebe in der Nähe von Tartu.

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